Fortbildungen zur geschlechterreflektierten Jugendarbeit

25. Jan 2023

Das Fortbildungsprogramm der SFBB zwischen Februar und März 2023

Deutschrap in der queer feministischen Mädchen:arbeit – wie kann das gehen?

Wann: 15.02.2023 und 16.02.2023

Wo: Jagdschloss Glienicke

Anmeldung erforderlich.

Deutschrap ist sexistisch, homofeindlich und gewaltvoll – soweit das Klischée.
In der pädagogischen Praxis ist es üblich, Kindern- und Jugendlichen das
Hören und Sehen bestimmter Songs und Videos zu verbieten. Anstatt Capital
Bra und Co jedoch vorschnell aus unserem pädagogischen Alltag
auszuschließen, soll in dieser Fortbildung die Perspektive auf das
Phänomen erweitert werden: Wofür steht Deutschrap in der queer
feministischen Mädchen:arbeit? Wie können wir mit den Jugendlichen
über ihre Stars ins Gespräch kommen? Was sollten Fachkräfte in Bezug auf
ihre eigene Rolle und Positioniertheit als Pädagog:innen reflektieren? Wie
sprechen wir mit Jugendlichen über sexistische, homofeindliche oder
gewaltvolle Inhalte?
In einem ersten Teil werden wir zunächst rassismus- und klassismuskritische
Perspektiven auf der Grundlage von pädagogischen
Haltungen und Konzepten der queer feministischen Mädchen:arbeit
vertiefen. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf der Vermittlung
von pädagogischen Methoden aus dem Bereich der sexuellen und kulturellen
Bildung für die Arbeit mit aktuellen Videos oder Songs von Deutschrap-
HipHop-Künstler:innen.

Anmeldung hier.


Jung sein in der Pandemie – Junge* sein in der Pandemie

Wann:
14.03.2023 und 15.03.2023

Wo:
Jagdschloss Glienicke

Anmeldung erforderlich.

Weniger Kontakte, Maskenpflicht, keine oder nur eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten:
Die Corona-Maßnahmen haben das Leben von Kindern und Jugendlichen stark betroffen. Familien mit viel Platz und Ressourcen waren im Schnitt eher in der Lage, ihre Kinder mit weniger Belastung durch diese Zeit zu begleiten.
Spielen auch geschlechtliche Anforderungen eine Rolle dabei, wie die Pandemie erlebt wurde? Wie wirken sich pandemiebedingte Ängste, Einschränkungen und Verunsicherungen auf Jungen* aus, die, um als 'richtiger' Junge* gelten zu können, sich eher mit Souveränität, Risikofreude, Dominanz und Konkurrenzorientierung auseinander zu setzen haben?
Wie könnte geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen* auf diese Erfahrungen reagieren? Welche Formate könnten passen? Welche Fragen sollten gestellt werden?
Ausgehend von kurzen Berichten aus der aktuellen Forschungslage und einem Input zu Grundlagen der Jungen*arbeit werden die zwei Tage die Form einer gemeinsamen
Forschungswerkstatt haben. Kollegiale Beratungen und Kleingruppen-Formate wechseln sich ab.

Anmeldung hier.


Herausfordernden Situationen machtkritisch und genderreflexiv begegnen

Wann:
28.03.2023 und 29.03.2023

Wo:
Stiftung wannseeFORUM, Hohenzollernstr. 14, 14109 Berlin

Anmeldung erforderlich.

Beim Kickern beschimpft ein Jugendlicher den eigenen Mitspieler, der das Tor nicht
hält, als 'Schwuchtel'. Eine Jugendliche verkündet kurz vor Feierabend, dass sie nicht  nach Hause möchte, weil sie sich heimlich die Haare abgeschnitten hat, werden die Eltern ausrasten – dass sie sich nicht als Mädchen fühlt, könne sie ihnen nie sagen. Nachdem bekannt wurde, dass der Vater eines Kindes jetzt mit einem anderen Mann zusammen ist, bricht Gekicher aus, sobald es den Raum betritt.
Diese Situationen zeigen, dass Geschlecht eine große Rolle im Alltag der Jugendarbeit spielt. Manchmal zeichnen sich die Situationen dadurch aus, dass es nicht leicht ist, eine passende Reaktion zu finden. Dem spontanen Reagieren folgen manchmal ein komisches Bauchgefühl und die Frage, was die eigene Reaktion bei der Zielgruppe auslöst. Gegebenenfalls spielen solche Situationen vielleicht eigenen unbewussten klassistischen oder rassistischen Vorurteilen in die Hände und es wäre hilfreich, darüber nachzudenken. In der Hektik der Berufsalltags fehlen oft Zeit und Raum, solche Situationen und damit einhergehende Unsicherheiten genau zu betrachten.
Das Seminar bietet diese Entschleunigung. Ziel ist es, das eigene Handeln in
konkreten Praxissituationen zu reflektieren. Ein Schwerpunkt liegt darauf, die
Situationen geschlechterreflektiert unter Berücksichtigung verschiedener
Machtverhältnisse und deren Verschränkung zu analysieren. Dabei geht es darum,
gemeinsam neue Lesarten des eigenen Handelns zu entdecken und
Handlungsoptionen zu entwickeln, wobei wir uns im Seminar die geballte Expertise
aller Teilnehmenden und Verfahren des kollegialen Austauschs zu Nutze machen
werden. Mitzubringen ist die Lust darauf, mit- und voneinander zu lernen, eigene
Unsicherheiten und konkrete Situationen aus der eigenen Praxis zu teilen.

Anmeldung hier.


Kollegialer Fachaustausch: Mädchen*arbeit in Zeiten von Corona

Wann: 27.03.2023

Wo:
Jagdschloss Glienicke

Anmeldung erforderlich.

Wir werden in in dem Fachaustausch über die verschiedenen Erfahrungen mit
Mädchen*arbeit während der Corona-Pandemie diskutieren und Überlegungen anstellen, inwiefern drei Jahre Corona einen nachhaltigen Einfluss auf die Mädchen* und unsere pädagogische Arbeit haben.
Dabei geht die Dozent:in von ihren eigenen Erfahrungen als Ko-Leiterin eines Mädchen*klubs in Berlin-Hellersdorf aus: Wenige Jugendliche, mit denen wir arbeiten, empfinden ihr Zuhause als sicheren Ort. Zudem haben sich während der Pandemie Diskriminierungs- und Gewaltverhältnisse eher zugespitzt als verringert. Drittens wurde der nicht virtuelle Zugang zu offenen Angeboten wie Jugendfreizeitarbeit, aber auch zu Beratungsangeboten deutlich eingeschränkt. Wie können wir diesen Entwicklungen begegnen? Neben einem Austausch über die eigenen Erfahrungen als Pädagog:innen in Zeiten von Corona können beispielsweise folgende Fragen vertieft werden: Welche Fachkenntnisse müssen bei Pädagog:innen gestärkt und ausgebaut werden (z. B. Kompetenzen rund um den Umgang mit häuslicher Gewalt oder Sensibilisierung für verschiedene Diskriminierungserfahrungen während Corona)?
Welche Rollen spielen der eigenen Umgang und die eigenen Skills mit Social Media? Wie können digitale Räume gestaltet werden? Wie können wir produktiv mit Chancen und Risiken von Social Media umgehen?
Was machen Einschränkungen und Abstandsbestimmungen mit dem pädagogischen Raum und den pädagogischen Beziehungen?

Anmeldung hier.

Quelle:

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