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Handynutzung an Schulen erlauben? Das denken Jugendliche

08. Jan 2026

Smartphones gehören zum Alltag Heranwachsender – über den richtigen Umgang damit an Schulen wird jedoch heftig gestritten. Wie bewerten Jugendliche ihre Handynutzung und ein Handyverbot an Schulen?

Soll es aus ihrer Sicht ein allgemeines Verbot der Handynutzung im Schulalltag geben – und wenn ja, im Unterricht oder auch in Schulpausen? Zu diesen und ähnlichen Themen führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, Medienanstalt Rheinland-Pfalz und des Südwestrundfunks bereits seit 1998 regelmäßige repräsentative Befragungen zur medialen Ausstattung und dem Medien-Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland durch. 

Wie viel Zeit verbringen Jugendliche an ihrem Smartphone?

Im Rahmen der JIM-Studie (2025) wurden 12- bis 19-Jährige Handynutzerinnen und -nutzer befragt, inwiefern sie digitalen Überdruss erleben und wie sie mit der digitalen Dauerverfügbarkeit umgehen. Deutlich wird: Die Mehrheit der Befragten empfindet die eigene Handynutzung oder die Allgegenwart von mobilen Smartphones im Alltag durchaus auch als herausfordernd. So geben mehr als zwei Drittel der 12- bis 19-Jährigen an, dass sie oft mehr Zeit am Handy verbringen als geplant (68 Prozent). 44 Prozent der Befragten fühlt sich beim Erledigen von Hausaufgaben häufig durch das Handy abgelenkt, 39 Prozent von ihnen sind manchmal auch über die Vielzahl der Nachrichten auf dem Handy genervt. Ein Drittel der Kids kennt die Angst etwas zu verpassen, wenn das Handy nicht angeschaltet ist (33 Prozent). Ein ebenso großer Anteil berichtet über häufige familiäre Diskussionen zur Dauer der Handy-Nutzung. Immerhin 34 Prozent der 12- bis 19-Jährigen empfinden indes die digitale Kommunikation mit Freunden über Smartphones als gleichwertig mit direkter persönlicher Interaktion. Für sie macht es keinen Unterschied, ob sie sich analog oder digital mit ihren Peers austauschen. Insofern nimmt das Handy als jederzeit verfügbare Plattform für soziale Nahbeziehungen eine wichtige Rolle im Leben Heranwachsender ein. Gut drei von zehn Jugendlichen geben an, morgens oft aufgrund der nächtlichen Handynutzung müde zu sein (29 Prozent), mehr als jede oder jeder Fünfte fühlt sich von den vielen Möglichkeiten in Sozialen Medien auch überfordert (21 Prozent).

Wie ist die Handynutzung an Schulen in Deutschland geregelt?

Eine pauschale Aussage über den gegenwärtigen Stand der Regelungen zur Handynutzung an Schulen in Deutschland lässt sich vor dem Hintergrund der unterschiedlichen bildungspolitischen Herangehensweisen nicht treffen. Jedoch können Umfragedaten unter Heranwachsenden einen Aufschluss darüber geben, wie diese Frage in ihrem Schulalltag gehandhabt wird. So wurden im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland im April und Mai 2025 über 1.000 deutschsprachige Jugendliche bundesweit im Alter von 14 bis 20 Jahren im Rahmen einer Onlinebefragung um ein Feedback gebeten, wie die Handynutzung an ihren – mit Blick auf das Alter der Befragten also weiterführenden – Schulen jeweils geregelt ist. 34% gaben dabei an, dass es ein generelles Handyverbot an ihrer Schule gibt, während 41% darüber berichten, dass die Nutzung unter klaren Regeln erlaubt sei. 10% erzählen von Regeln, bei denen die Einhaltung weder kontrolliert noch überprüft werden. 

Soll es ein generelles Verbot an Schulen geben?

13- bis 17-Jährige, so zeigt die Antwortdaten in der Grafik, sind durchaus ambivalent, ob, wo und wann es ein Handyverbot an Schulen geben sollte: Mit Blick auf Grundschulen befürworten 44 Prozent der Altersgruppe klar ein Verbot der Handynutzung im Unterricht – hier fällt die Zustimmung unter den Befragten am deutlichsten aus. Nur 26 Prozent von ihnen unterstützen diese Forderung ebenso deutlich für weiterführende Schulen – also jenen Schulen, an denen die 13- bis 17-Jährigen selbst lernen. Hier befürwortet ein größerer Anteil der Jugendlichen lediglich "eher", dass Smartphones im Unterricht verboten sein sollten (32 Prozent). Alles in allem überwiegt jedoch unter den Jugendlichen die Zustimmung zu einem Handyverbot im Unterricht – sowohl für Grundschulen (57 Prozent "sehr dafür" oder "eher dafür") als auch für weiterführende Schulen (58 Prozent "sehr dafür" oder "eher dafür").

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