Selbstbestimmt und dezentral: Zur alternativen Geschichte und Gegenwart von Social Media
24. Mär 2026
Soziale Netzwerke sorgen permanent für schlechte Laune – aber man bleibt drin oder zieht bestenfalls zur nächsten kommerziellen Plattform. Es gibt jedoch eine andere, dezentrale und selbstbestimmte Tradition, sich digital zu vernetzen.
Dass X, ehemals Twitter, seit der Übernahme durch den Tech-Milliardär Elon Musk zu einer toxischen Jauchegrube geworden ist, scheint sich mittlerweile als Erkenntnis durchgesetzt zu haben: Immer mehr Vereine, Behörden und Forschungseinrichtungen verlassen Musks (a)soziales Netzwerk. Facebook, der Klassiker unter den noch lebenden Plattformen, der ohnehin keine jüngeren User:innen mehr anzieht, sorgt unter den Alteingesessenen zunehmend für Frust: Zu vermüllt ist der Feed mit irrelevanter Werbung, reaktionärer Propaganda und KI-generiertem Unsinn. Auch Instagram, ursprünglich als Foto-Sharing-Plattform lanciert und sich ungebrochener Beliebtheit im kreativen Bereich erfreuend, nervt mit Werbung und restriktiven Posting-Regeln, die darauf abzielen, die Nutzer:innen im eigenen geschlossenen Ökosystem zu halten.
Die quasimonopolistischen Social-Media-Plattformen enden immer wieder in einer Spirale der „Enshittification“, wie der Netztheoretiker Cory Doctorow die Folgen systematischer Abstriche an Nutzungsqualität zugunsten von Gewinnabschöpfung nennt. Dies ist keine neue Entwicklung.
Gleb J. Albert zeichnet in seinem Artikel die Geschichte nach – von Mailboxen bis Mastodon.
Quelle: geschichtedergegenwart.ch
