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Recap zum gemeinsamen Impulstag „Medienkompetenz und Gewaltprävention zusammendenken“

12. Jun 2026

Unter diesem Motto kamen am 11. Juni Fachkräfte aus den Bereichen Jugendverwaltung, Präventionsräte, Jugendförderung und Medienkompetenzzentren im Meredo in Reinickendorf zusammen.

Whiteboard mit Begrüßung und Logos: Herzlich Willkommen zum Impulstag
Whiteboard mit Begrüßung und Logos: Herzlich Willkommen zum Impulstag

Impulse für Vernetzung und Zusammenarbeit

Ziel der Veranstaltung war es, Fachkräfte aus der Medienbildung, Gewaltprävention, Jugendförderung und Landesverwaltungen – darunter die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) sowie die Senatsverwaltung für Inneres und Sport – miteinander zu vernetzen, in den Austausch zu bringen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen das gegenseitige Kennenlernen, das Sichtbarmachen aktueller Herausforderungen aus der Praxis der Medienkompetenzzentren sowie der Austausch über mögliche Kooperationen, gemeinsame Projekte und nachhaltige Strukturen in der Präventionsarbeit.

Denn Cybermobbing, Hass im Netz, Desinformation, digitale Radikalisierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sind längst keine Randthemen mehr. Sie prägen den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher und stellen uns vor neue Herausforderungen.

Analoge und digitale Lebenswelten verbinden
Zum Auftakt machte Ingo Siebert, Leiter der Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, deutlich, wie eng digitale und analoge Lebenswelten miteinander verwoben sind. Gewalt im Netz ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil des Alltags junger Menschen. Entscheidend sei daher, Medienkompetenz und Gewaltprävention gemeinsam zu betrachten und den Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren zu stärken.

Impulse aus der Praxis der Medienkompetenzzentren von jugendnetz.berlin
Im anschließenden Kleingruppenrundgang wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen und Lösungsansätze zur Prävention medialer Gewalt sind. An sechs thematischen Stationen konnten die Teilnehmenden Einblicke in konkrete Praxisbeispiele der Medienkompetenzzentren (Mekos) gewinnen und die Facetten digitaler Gewalt kennenlernen.

Sounding Board: Perspektiven aus Praxis, Verwaltung und Politik

Im Sounding Board wurde der Blick auf strukturelle und politische Rahmenbedingungen gelenkt. Gesprächspartner:innen waren Laura Ginzel (Landeskommission Berlin gegen Gewalt), Johanna Sprenger (BITS 21, Meko Friedrichshain-Kreuzberg), Annette Pfennig (Bezirksamt Reinickendorf) sowie Frank Brauer (SenBJF). Schnell wurde deutlich, dass digitale Gewalt oft schwer greifbar ist und bestehende rechtliche Ansätze an Grenzen stoßen, insbesondere bei internationalen Plattformen. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig präventive Maßnahmen, Vernetzung und die Stärkung von Fachkräften sind.
Als zentrale Erkenntnis wurde festgehalten, dass Medienbildung und Gewaltprävention nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Digitale Lebenswelten durchziehen heute alle Bereiche – und damit ist auch Gewalt ein fester Teil dieser Realität. Gleichzeitig wurde betont, dass Erwachsene ihre Vorbildfunktion übernehmen und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien aktiv vorleben müssen.

Austausch als Schlüssel zur Weiterentwicklung
In der abschließenden Austauschrunde stand die Vernetzung der bezirklichen Akteure im Mittelpunkt. Fachkräfte der Präventionsgremien und Jugendförderung kamen ins Gespräch mit den Medienkompetenzzentren. Gemeinsam entwickelten sie erste Projektideen und identifizierten gemeinsame Handlungsfelder.
Der Bedarf an kontinuierlichem Austausch und langfristigen Strukturen wurde deutlich benannt. Gemeinsame Ansätze können nur dann nachhaltig wirken, wenn sie über einzelne Projekte hinausgedacht und finanziell abgesichert werden.

Die zentrale Erkenntnis des Tages lautet:
Wer Gewalt verhindern will, muss Medienkompetenz stärken. Wer Demokratie stärken will, muss junge Menschen schützen. Und es geht um die Frage, wie junge Menschen lernen, sich selbstbewusst, kritisch und demokratisch in einer zunehmend digitalen Öffentlichkeit zu bewegen. Die vielen Impulse, Workshops und Gespräche haben gezeigt: Gute Prävention entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Verbindung von Medienkompetenz und Gewaltprävention bleibt eine zentrale Aufgabe. Der Wunsch nach weiteren gemeinsamen Formaten und langfristiger Zusammenarbeit unterstreicht den Handlungsbedarf – und die Bereitschaft, diesen gemeinsam anzugehen.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für die engagierten Diskussionen, die fachlichen Impulse und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.

Quelle, Fotos: jugendnetz.berlin, Landeskommission Berlin gegen Gewalt

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