Studie: Fake-News-Aufklärung hat ungewollte Nebenwirkungen

24. Jun 2024

Initiativen zur Bekämpfung von sogenannten »Fake News« wie Faktenchecks oder Medienkompetenz-Programme erhöhen zwar das Misstrauen gegenüber Falschinformationen. Sie mindern aber auch das Vertrauen in eine faktenbasierte, korrekte Berichterstattung.

Klimakrise, COVID-19-Pandemie, Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt: die Anlässe, an denen sich die Verbreitung gezielter Falschinformationen festmachen lässt, scheinen sich in aktuell zu mehren. Gleichzeitig geben die technischen Entwicklungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen immer effektivere Mittel für die Gestaltung und Verbreitung von Fake News an die Hand. So erlebten Initiativen zur Überprüfung von Fakten einen Aufschwung. Nachrichtenanbieter wie dpa oder Tagesschau nahmen das »Fact Checking« in ihr Angebot auf und Kampagnen zur Medienkompetenz vermitteln der Öffentlichkeit, wie man korrekte Informationen von falschen unterscheidet. 

EineStudie der Universitäten Zürich, Kalifornien und Warschau zeigt nun, dass diese Bemühungen zur Bekämpfung von Falschinformationen einen ungewollten, paradoxen Effekt erzeugen: Sie führen zu einem generellen Misstrauen gegenüber Nachrichten, auch solchen von zuverlässigen Quellen.

Maßnahmen führen zu generellem Vertrauensverlust

»Der öffentliche Diskurs über Fake News steigert nicht nur die erwünschte Skepsis gegenüber Falschinformationen, sondern untergräbt auch das Vertrauen in zuverlässige Nachrichtenquellen. Diese spielen in funktionierenden Demokratien jedoch eine zentrale Rolle«, resümiert Erstautorin Emma Hoes.

Die potenziellen Vorteile, die sich aus den Maßnahmen gegen Falschinformationen ergeben, müssen laut der UZH-Politologin sorgfältig gegen die Nachteile einer generellen Skepsis abgewogen werden: »Denn gerade in westlichen demokratischen Gesellschaften sind zuverlässige, faktenbasierte Nachrichten zum Glück immer noch wesentlich häufiger als Falschinformationen.«

Hoes und ihre Forschungskolleg:innen plädieren deshalb dafür, den Umgang mit Fehlinformationen tiefgreifend zu überarbeiten und differenzierte Strategien zu entwickeln. »Ziel ist es, die Öffentlichkeit darin zu schulen, Falschinformationen mit kritischem Blick zu erkennen, und zugleich das Vertrauen in Medien, die der Wahrhaftigkeit verpflichtet sind, zu erhalten.«

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