Icon mit Link zu Bluesky
Icon mit Link zu Instagramm
Link zu den Informationen zur Barrierefreiheit

Positionspapier: Regulieren statt verbieten

07. Aug 2025

Position von GMK und vds SH: Differenzierte Nutzungskonzepte statt pauschales Smartphoneverbot

Positionspapier der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK) und des Verbands der Sonderpädagogik Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (vds SH) zur Regulierung des Einsatzes von Smartphones in Schulen vom 18. Juni 2025.

Smartphones sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Sie dienen der Kommunikation, Information, Unterhaltung, Orientierung und auch dem Lernen. Gleichzeitig mehren sich in Politik und Gesellschaft die Stimmen, die angesichts wachsender Herausforderungen im Schulalltag ein generelles Smartphoneverbot als Handlungsstrategie vorschlagen. Die Hoffnung dahinter ist nachvollziehbar: mehr Ruhe im Klassenzimmer, stärkere Konzentration, bessere Lernleistungen, intensiveres soziales Miteinander.

Die GMK und der vds SH verfolgen diese Diskussion mit großem Interesse, zugleich aber mit wachsender Sorge, wenn sie sich ausschließlich auf Verbote verengt. Aus medien- und sonderpädagogischer Sicht bedarf es differenzierterer Antworten, die den vielfältigen Bedingungen des schulischen Miteinanders, den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen sowie dem Auftrag zeitgemäßer Bildung in einer zunehmend durch digitale Medien geprägten Gesellschaft gerecht werden. Die Vorstellung, komplexe pädagogische und soziale Herausforderungen könnten durch ein einfaches Technikverbot gelöst werden, halten wir für nicht zielführend. Statt auf pauschale Einschränkungen zu setzen, plädieren wir für pädagogisch fundierte, bedarfsgerechte und mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam entwickelte Regulierungsmaßnahmen, die die Förderung von Medienkompetenz, Medienbildung und Partizipation in den Mittelpunkt stellen.

Die Forderungen in Kürze:

  1. Partizipation stärken: Schüler*innen an Medienregeln beteiligen
  2. Medienbildung verankern: Medienkompetenzförderung in alle Lehrpläne
  3. Schulen ausstatten: Medienpädagog*innen im Kollegium etablieren
  4. Lehrkräfte qualifizieren: Medienpädagogik in Aus- und Fortbildung integrieren
  5. Situativ regeln: Gezielte und bewusste Smartphonenutzung ermöglichen
  6. Inklusion fördern: Vertraute Geräte für Teilhabe einsetzen
  7. Lebensweltorientierung gewährleisten: Smartphones als integralen Alltagsbestandteil anerkennen
  8. Eltern einbeziehen: Medienbildung gemeinsam mit Erziehenden gestalten
  9. Unterschiede berücksichtigen: Regelungen an jede Schule anpassen

Quelle: Publikation auf gmk.net (Stand 7. August 2025) I Positionspapier (PDF)

Datenschutzhinweis

Diese Webseite nutzt externe Komponenten: Google, Youtube und OpenStreetmap welche dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Verhalten zu sammeln. Datenschutzinformationen